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Großräumige Rodungen bedrohen Sumatras Ökosystem
Sumatras Norden - Heimat der Batak-Völker
Tsunami vom 26. 12. 2004 - schwerste Katastrophe der Neuzeit
Die Insel Sumatra gehört zu Indonesien und ist mit 473.000 km² die sechstgrößte Insel der Welt. In diese Fläche sind mehrere vorgelagerte Inseln mit 50.000 km² eingerechnet. Die Insel erstreckt sich 1.700 km in Nordwest-Südost-Richtung und ist bis zu 370 km breit, der Äquator überquert genau die Mitte der Insel. Das Barisangebirge begleitet die Westküste und wird südwärts immer höher. Der Gunung Kerinci ragt bis auf 3.805 m, es gibt aber noch andere Dreitausender. Vulkanische Aktivität in diesem Gebirge statteten die Insel mit fruchtbarem Land und malerischen Landschaften aus. Die östliche Hälfte der Insel ist flach. Die bis 300 km breite Ebene ist fast zur Hälfte mit Sümpfen bedeckt. Große Teile Sumatras waren früher mit Regenwald bedeckt und boten einer Vielzahl von Tieren (zum Beispiel, Tigern, Gibbons, Orang-Utans, Schabrackentapiren) und Pflanzen Heimat. Großflächige Waldrodungen, durch Korruption und mangelnde Überwachung selbst in Reservaten gefördert, gefährden jedoch dieses Ökosystem.
Rund 47 Millionen Einwohner leben auf der Insel. Die bevölkerungsreichsten Regionen liegen um die Städte Medan und Palembang. Die Zentralregierung fördert(e) die Übersiedlung von Millionen Javanern im Rahmen des Transmigrasi-Programmes, was das politische Klima anheizt. Die Bevölkerung ist großteils malaiischen Ursprungs Sie teilt sich auf über 50 verschiedene Sprachen. In den Städten leben zum Teil Chinesen. Die Mehrheit der Bevölkerung (etwa 90 %) bekennt sich zum Islam. Aber auch 8 % Christen leben auf Sumatra. Der Rest verteilt sich auf die kleinen buddhistischen, hinduistischen und animistischen Gemeinden.
Große Teile der Nordwest-Provinz Aceh wurden durch das verheerende Seebeben im Indischen Ozean und der folgenden Flutwelle (Tsunami) vor Sumatra am 26. Dezember 2004 zerstört. Nach offiziellen Angaben kommen allein auf der besonders schwer getroffenen Insel Sumatra mehr als 94.000 Menschen ums Leben Doch einige Tage lang wurde die Schwere der Katastrophe von den javanischen Behörden vertuscht, weshalb die schwer zugängliche Westküste erst sehr spät von Hilfskräften erreicht wurde.
Ein touristischer Anziehungspunkt ist der vor 75000 Jahren als Folge eines Ausbruchs des SupervulkansToba entstandene b>Tobasee. Danau Toba, ist ein etwa 100 km langer und 30 km breiter See im Norden der indonesischen Insel Sumatra. Der Tobasee liegt ca. 180 km westlich der Inselhauptstadt Medan und ist mit einer Oberfläche von 1146 km² und einer Tiefe von mehr als 540 m der mit Abstand größte und riefste Vulkansee der Erde. Knapp 2800 km³ vulkanischen Materials wurde bis in 50 km Höhe geschleudert und verteilte sich in der Atmosphäre und über weite Teile Südostasiens bis nach Sri Lanka. Darauf folgte eine enorme Abkühlung des Weltklimas um bis zu 15° Celsius. Durch den Verlust der gewaltigen Magmamenge fiel der Vulkan in sich zusammen und bildete den riesigen Kratersee. In der Mitte des Tobasees ragt die 627 km² große Insel Samosir (Pulau Samosir) empor und übertrifft an Größe den Inselstaat Singapur. Bis zu 500 m ragt sie im Osten aus dem Wasser und flacht zum Westen hin ab. Vier Vulkane, die ebenfalls höher als 2000 m sind, umrahmen den Tobasee.
Das Gebiet Tapanuli ist das Land der Batak-Gemeinde, deren Zentrum auf der Insel Samosir liegt. Heute existieren noch sechs Hauptgruppen der Bataks mit einer Vielfalt an Sprachen und Bräuchen. Über die Hälfte der Bataks lebt aber im Hochland um den Tobasee. Sie bilden keine einheitliche Gruppe. Die wichtigste politische Einheit ist das Dorf. Früher waren die Dörfer große, teilweise befestigte Anlagen. Die Kunst, mit der die Batak-Häuser gebaut, bemalt und mit reicher Ornamentik verziert wurden, ruft das besondere Interesse vieler Reisender und Ethnologen hervor. Der wichtigste soziale Verband ist die Margo, eine große sippenähnliche Gruppe, unter deren Mitgliedern Heiratsverbot besteht. Jede Marga besteht aus miteinander verwandten Sippen, die sich zusammen auf einen gemeinsamen mythischen Ahn zurückführen. Die Batak gelten als eines der fortschrittlichsten Völker Indonesiens. So sind z. B. viele Batak Ärzte, Rechtsanwälte usw. Mit der Loslösung von der traditionellen Kultur wurden aber viele Sitten - vor allem die Herstellung bestimmter Gegenstände für das Totenritual wie die der Totenschiffe - in den Hintergrund gedrängt und gehören mittlerweile der Vergangenheit an. Für wohlhabende Tote wurde bei den Batak ein Sarg in Gestalt eines Bootes geschnitzt , der oft am Bug mit einem geschnitzten Nashornvogelkopf verziert war. Mit Harz wurde der Deckel abgedichtet und der Sarg an der Außenseite des Hauses unterhalb der Dachtraufe aufgestellt. Der Sarg verblieb an diesem Ort, bis die letzte Stufe der Bestattungszeremonie stattfinden konnte. Bis dahin vergingen ein bis zehn Jahre, je nachdem wie stark die Hinterbliebenen von den mit dem Fest verbundenen Kosten beansprucht wurden. Nach dieser Zeit wurde der Sarg geöffnet und die Überreste wurden herausgenommen; der Schädel und die großen Knochen wurden gereinigt und in einem Schädelhaus (Geriten) deponiert. Auf Grund der Strukturierung des Wohnens leben die Tiere unter den auf Pfählen ruhenden Häuser, während die Menschen im Erdgeschoss wohnen udn die Erstücke unter einem Dachvorsprung aufbewahrt werden.
Durch Vermittlung eines örtlichen Guides gelingt es durchaus, dass der Gast Einblick in diese geheimnisumwitterten Wohnbereiche nehmen darf.
Tomok gilt als besonderes Ausflugsziel auf der Insel Samosir. Der Strom der Gäste, die die Königsgräber besuchen wollen, reißt nicht ab. Unmittelbar nach der Bootsanlegestelle reihen sich beiderseits des zu den Königsgräbern führenden Weges Verkaufsstände, an denen es alles zu kaufen gibt, was die Bataks an Kunstgewerbe (leider auch Kitsch) anzubieten haben. Über eine Steintreppe gelangt der Gast zu einem kleinen freien Platz, auf dem ein steinerner Tisch mit Stühlen neben einem Königsgrab steht. Vorbei kommt der Besucher auch an den schönen alten Batakhäusern. Schließlich erreicht der Gast die Grabmäler des Königs.
Der Gunung-Leuser-Nationalpark an der Ostküste Sumatras ist mit rund 9000 km² Fläche eines der größten Naturreservate Indonesiens. Er liegt im Norden der Insel Sumatra, in den Provinzen Sumatera Utara und Aceh und wird vorwiegend über die Stadt Medan touristisch erschlossen. Der Park ist eine bedeutende Einnahmequelle für die Region und bietet eine Rückzugsmöglichkeit für viele Tierarten, die aufgrund der fortschreitenden Waldrodungen auf Sumatra bedroht sind, wo ein hohes Bevölkerungswachstum zu großräumigen Abholzungen für die Errichtung von Feldern, Plantagen und neuen Siedlungen führt. Aus mehreren Metern Höhe stürzen wilde Bäche in das immergrüne Dickicht des noch nahezu unberührten Regenwaldes. Die enorme Artenfülle Indonesiens übertrifft jede Vorstellungskraft. Aber wie so oft trügt die Idylle auch dieses Mal, denn heute sind Indonesiens Regenwälder bedroht wie in keinem anderen tropischen Gebiet. . Dass hier kein Halt vor den Grenzen des Nationalparks gemacht wird, stört die zuständigen Behörden des Staates anscheinend wenig. Des öfteren werden die Grenzmarken des Parks nach innen versetzt, damit sich skrupellose Unternehmer profitgierig an dem Gehölz bereichern können. Und Polizei und Militär, den Wald eigentlich schützen sollten, sind rege in den illegalen Handel mit dem wertvollen Tropenholz involviert. Militärfahrzeuge transportieren die Baumleichen ab, später erhalten sie "legale" Papiere, mit denen sie nach Übersee verfrachtet werden.
Das wirtschaftliche und politische Chaos Indonesiens bietet für dieses Treiben den idealen Nährboden. Die bis zum Hals in Armut steckenden Dörfler der Waldgebiete sind leichte Beute für die Geschäftsleute, die großzügig Arbeitsplätze in der Holzindustrie versprechen. Die vielen Sägewerke um den Leuser-Nationalpark verarbeiten beständig illegales Holz. In diesem Netzwerk undurchschaubarer Machenschaften verhallen die Hilfeschreie der malaiischen "Waldmenschen" Orang Utan. Der einzige Menschenaffe Indonesiens ist somit dem Untergang geweiht. Zählten Wissenschaftler noch vor drei Jahren 15.000 Exemplare der roten Blätterdachbewohner, so ist ihre Anzahl heute auf 4.000 geschrumpft. Im Leuser-Nationalpark findet sich einer der letzten Lebensräume des Primaten. Der erste National-Park Indonesiens und größter Südostasien setzte sich einst zum Ziel, die Natur zu erhalten. Heute droht der Park jedoch zur Touristenattraktion und Geldeinnahmequelle zu verkommen. Viele Sumatra-Reisende haben in ihrem Programm die Fütterung der Urwald-Menschen in Bukit Lawang, eingeplant.
Zu den meist besuchten Städten Sumatras zählt Medan., Sumatras größte Stadt und viertgrößte Indonesiens. Als Sehenswürdigkeiten der Stadt zählen der Maimun-Palast, der Krokodil-Park und das Regionalmuseum.
Die meisten Gäste Sumatras besuchen aber auch die Stadt Bukittinggi, das Hochlandzentrum der Kultur der Minangkabau. Die Frauen sind Besitzer der Reisfelder, die sie auf ihre Töchter vererben. Für Jungen ist derälteste Bruder der Mutter der wichtigste männliche Verwandte, nicht aber der leibliche Vater. Auf Dschungelpfaden gelangt der Besucher zu Dörfern, die wegen ihres Kunsthandwerks berühmt sind.
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